5 TIPPS, WIE SIE DIE PSYCHISCHE GESUNDHEIT AM ARBEITSPLATZ UNTERSTÜTZEN KÖNNEN

by Alena Diduch
5 Tipps, wie Sie die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter unterstützen können Women stretching image

Niemand ist gegen mentale Belastungen immun – weder generell, noch in besonders herausfordernden Zeiten. Aus diesem Grund unternehmen Personalleiter*innen, Manager*innen und CEOs proaktiv Schritte, um Ihren Mitarbeiter*innen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie in ihrer Resilienz und Gesundheit unterstützen. Mithilfe der folgenden fünf Tipps können auch Sie Ihre Mitarbeiter*innen unterstützen.

1. Machen Sie die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zur Unternehmensinitiative

Die psychische Gesundheit Ihrer Arbeitnehmer*innen sollte für Ihr Unternehmen immer einen hohen Stellenwert haben. Als ersten Schritt sollten Sie jeden und jede in Ihrem Team darauf aufmerksam machen und erklären, wie Sie die mentale Gesundheit als unternehmensweite Initiative umsetzen wollen. Sie fragen sich, warum sich jedes Unternehmen auf die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz konzentrieren sollte?

Während sich Arbeit oft sehr positiv auf die psychische Gesundheit auswirken kann, hat eine Studie der WHO*² herausgefunden, dass ein schwieriges Arbeitsumfeld sowohl zu körperlichen als auch zu psychischen Gesundheitsproblemen führen kann, die in der Weltwirtschaft jedes Jahr zu Produktionsausfällen im Wert von fast einer Milliarde Euro führt.

Arbeitgeber*innen können dem entgegenwirken, indem sie ihre Arbeitnehmer*innen aufklären und gleichzeitig ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem diese offen über psychische Belastungen sprechen können. Diese Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran:

  • EY: Das „r u ok?„-Programm von EY bietet rund um die Uhr Beratungsgespräche und Bildungsangebote an. Ziel ist es, die Menschen zu ermutigen, über ihre Herausforderungen zu sprechen. Das Unternehmen bietet auch Beratungsgespräche via (Video)-Telefonie an.
  • Barclays:  Die „This is Me„-Kampagne von Barclays hinterfragt das Stigma, mit dem das Thema psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt oft behaftet ist. Barclays fördert dabei ein Arbeitsumfeld, das es den Mitarbeiter*innen erlaubt, offen über ihre psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu sprechen.

2. Das Miteinander im Team fördern

Eine Umfrage von Epson Research ergab, dass über 45 Prozent der Menschen, die von zu Hause aus arbeiten*³, mit Einsamkeit zu kämpfen haben. Besonders Mitarbeiter*innen, die den Alltag mit Kolleg*innen gewöhnt sind und plötzlich zu Hause arbeiten sollen, sind stark davon betroffen. Einsamkeit kann die psychische Gesundheit von Arbeitnehmer*innen stark beeinträchtigen.

Positiv ist es, wenn es vom Unternehmen gesponserte Möglichkeiten gibt, wie Mitarbeiter*innen über die Arbeitsmeetings hinaus Kontakte knüpfen können. Hier sind ein paar Inspirationen:

  • Virtuelle Kaffeepausen: Schaffen Sie einen (virtuellen) Raum für Ihre Teams, um sich über Alltagsthemen und Meinungen austauschen zu können.
  • Arbeitsfreie Kanäle: Diskutieren Sie zum Beispiel über Filme, Musik oder alles, wofür Ihr Team eine Leidenschaft hat. Die Mitarbeiter*innen von MailerLite haben beispielsweise einen „Questionaday“ Slack-Kanal eingerichtet, der den Mitarbeiter*innen hilft, sich auf neue Weise zu engagieren. 
  • Gründen Sie einen Club: Gründen Sie einen Buchclub oder andere Interessengruppen. Einige Teams nutzen Facebook live, um Echtzeit-Treffen zu ihren Lieblingsthemen zu veranstalten. Dies sind nur einige Beispiele. Es kann sehr hilfreich sein, gemeinsame, arbeitsfreie Zeit zur Verfügung zu stellen, damit Teams in Eigenorganisation Projekte zur gemeinsamen Umsetzung entwickeln können.

3. Ermöglichen Sie eine gesunde Work-Life-Balance

Nahezu jedes Unternehmen promotet nach außen eine gesunde Work-Life-Balance, theoretisch eine gute Voraussetzung um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern. Einige Unternehmen üben aber gleichzeitig Druck auf Mitarbeiter*innen aus, setzen unrealistische Ziele und verlangen lange Arbeitstage. Ein gesunder Ausgleich ist entscheidend für den Erfolg eines Teams und sollten von Arbeitgeber*innen unbedingt beachtet werden.

Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, in der Arbeit Ausgleich zu schaffen, sind Pausen während des Tages. Was banal klingt, sollte aber vor allem von Menschen im Homeoffice besonders beachtet werden. Oft ist es hier schwierig, zwischendurch und am Ende des Tages abzuschalten. Als Arbeitgeber*in sollten Sie Ihre Teams an regelmäßige Pausen erinnern. So können Sie dabei helfen, Stress zu reduzieren und mentale Krankheiten wie Burnout zu verhindern*⁴. Hier sind drei Möglichkeiten, wie Sie als Unternehmen ein gesundes Gleichgewicht ermöglichen:

  • Bieten Sie Extra-Tage für die psychische Gesundheit an: Diese Urlaubstage sollten dediziert dem Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen gewidmet sein. Viele Menschen fühlen sich gestresst, wenn sie eine Auszeit beantragen. Umso mehr sollten Sie Ihre Teams dazu ermutigen und Ihnen Tipps*⁶ zur Gestaltung eines Tages für die psychische Gesundheit anbieten. 
  • Erlauben Sie flexible Arbeitszeiten: Einige Menschen sind morgens produktiver, andere nachts. Lassen Sie Ihre Arbeitnehmer*innen arbeiten, wann diese sich am besten fühlen. Teilzeit fördert oft auch Motivation und Produktivität der Mitarbeiter*innen, was sich wiederum positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsnachfrage von Unternehmen auswirken kann. (Quelle 7)
  • Schaffen Sie „Ich-Zeiten“: Um das Bewusstsein für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu schärfen, gewähren inzwischen mehr als 60 Technologieunternehmen, darunter Lyft und Dropbox, ihren Mitarbeiter*innen eine Ich-Zeit während der Arbeitszeit*⁸. Versuchen Sie, Ihren Mitarbeiter*innen eine Stunde pro Woche als Ich-Zeit zur freien Verfügung zu stellen.

4. Bieten Sie Benefits für körperliches Wohlbefinden an 

Es ist inzwischen bekannt, dass körperliche Fitness die Arbeitsqualität in Unternehmen fördert*⁹ und Fehlzeiten reduziert. Wussten Sie aber auch, dass körperliche Fitness ebenso in der mentalen Gesundheit eine tragende Rolle spielt? 

Bewegung kann die Belastungen durch Depressionen*¹⁰, Angstzustände*¹¹ und anderen psychische Erkrankungen lindern. Sport hilft außerdem beim Stressabbau, verbessert die Konzentration und steigert das allgemeine Energieniveau. So können Sie Ihren Mitarbeiter*innen helfen, auch im Home Office genügend Bewegung zu bekommen:

  • Fitnessprogramme für Unternehmen: Bieten Sie Ihren Mitarbeiter*innen Sportmöglichkeiten als Teil Ihres Benefit-Pakets an. Das Angebot von Urban Sports Club umfasst zum Beispiel über 500 Online-Fitness-Optionen, die auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter*innen zugeschnitten sind.
  • Herausforderungen durch remote arbeiten: Gemeinsame Ablenkung kann Ihrem Team viel Kraft geben – organisieren Sie zum Beispiel monatliche sportliche Herausforderungen. Liegestütze, Planks, Ausdauer – die Möglichkeiten sind vielfältig und auch digital möglich.
  • Meditationspausen: Helfen Sie Ihrem Team, sich auch während des Arbeitstages zu entspannen. Die Meditations-App Tap in bietet zum Beispiel Live-Sitzungen für eine gemeinsame Meditation, um sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen können. 

5. Holen Sie Feedback ein und geben Sie Anerkennung weiter

Der einfachste Weg, Ihre Mitarbeiter*innen richtig zu unterstützen, ist, sie direkt zu fragen, wie es ihnen geht, was sie brauchen – und ihnen dabei auch die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Das hört sich einfach an, wird aber gerade in einem unvorhersehbaren und hektischen Arbeitsalltag oft vergessen. 

Wöchentliche oder monatliche Check-ins sind eine ideale Gelegenheit, um persönliche Beziehungen aufrechtzuerhalten, Mitarbeiter*innen zu ermutigen und Vertrauen zu schaffen. Fragen Sie nicht nur nach der Arbeit, sondern fragen Sie, wie es den Menschen geht, und sprechen Sie Lob und Anerkennung aus. Versuchen Sie am besten schon vor dem Gespräch zu erfahren, wie es Ihrem Mitarbeiter*innen geht, etwa mit Feedback Tools wie 15 Five.

Anerkennung kann sich positiv auf die mentale Gesundheit einer Person auswirken: 88 Prozent der Mitarbeiter*innen*¹⁴ sehen in Lob von ihren Vorgesetzten eine große Motivation, die sogar mehr Wert haben kann als Geld*¹⁵. Das ergab eine Umfrage zweier amerikanischer Unternehmen mit dem Fokus Mitarbeitermotivation und Gamification unter 1200 Mitarbeiter*innen verschiedenster Branchen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist wichtiger denn je. Die Frage ist nicht, ob Ihre Mitarbeiter*innen psychische Probleme haben werden, sondern vielmehr, was Ihre Organisation tun wird, um den Menschen zu helfen, die in dieser Krise Hilfe benötigen.

Referenzen:

*¹ https://gpsych.bmj.com/content/33/2/e100213
*² https://www.who.int/mental_health/in_the_workplace/en/
*³ https://www.hrmagazine.co.uk/article-details/freelancers-experiencing-isolation-and-mental-illness
*⁴ http://info.totalwellnesshealth.com/blog/heres-how-to-spot-burnout-in-the-workplace-and-what-to-do-about-it
*⁵ https://www.nationalmentalhealthbreak.com/
*⁶ https://www.verywellmind.com/when-and-how-to-take-a-mental-health-day-3144754
*⁷ http://www.apaexcellence.org/resources/research/detail/1706
*⁸ https://edition.cnn.com/2019/05/15/tech/national-mental-health-break-shine/index.html
*⁹ https://www.livestrong.com/article/422836-how-does-exercise-improve-work-productivity/
*¹⁰ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC474733/
*¹¹ https://www.psychologytoday.com/us/blog/integrative-mental-health-care/201702/treating-anxiety-without-using-prescription-medications
*¹² https://medium.com/@EvelinAndrespok/tips-for-organizing-a-health-challenge-in-a-remote-team-26d93265654a
*¹³ https://qz.com/work/1597138/tap-in-is-a-new-app-for-live-meditation-at-work/
*¹⁴ https://www.psychologytoday.com/us/blog/mind-the-manager/201306/new-employee-study-shows-recognition-matters-more-money
*¹⁵ https://www.psychologytoday.com/blog/mind-the-manager/201306/new-employee-study-shows-recognition-matters-more-money
*¹⁶ https://www.axios.com/axios-ipsos-coronavirus-index-stress-72c409d2-0a66-48f1-b736-30d07cfce95b.html

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