5 Tipps, wie Unternehmen die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz verbessern können

by Sarah Kotysch

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz spielt in unserer heutigen Arbeitswelt eine immer wichtigere Rolle. Denn unsichere Zeiten mit häufig wechselnden Umständen lösen bei vielen Mitarbeitenden Ängste und zusätzlichen Druck aus. So geben laut einer Studie von Indeed und dem Arbeitspsychologen Prof. Dr. Hannes Zacher der Universität Leipzig 35 Prozent der befragten Berufstätigen an, dass sie seit Beginn der Pandemie bei der Arbeit stärker belastet sind als zuvor. Aus diesem Grund sollten Unternehmen proaktiv Schritte gehen, um ihren Mitarbeitenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie in ihrer Resilienz und Gesundheit unterstützen. Im folgenden geben wir 5 Tipps, wie auch du die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz sowie das Wohlbefinden der Mitarbeitenden verbessern kannst.

1. Thematisiere psychische Gesundheit am Arbeitsplatz offen

Infobox: Tipp 1 für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Auch wenn viele Unternehmen sich über die hohe Relevanz von psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz bewusst sind, fehlt es doch häufig an passenden Initiativen. So geben 63 Prozent der Befragten der indeed Studie an, dass es an ihrem Arbeitsplatz keine Angebote für den Erhalt der psychischen Gesundheit gibt. Dabei haben oft schon kleine Maßnahmen große Effekte, um Belastungen zu reduzieren.

Stelle sicher, dass mentale Gesundheit kein Tabu-Thema ist

Eine wichtige Basis für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist, dass offen über Herausforderungen und psychische Probleme gesprochen werden kann. Mache deinen Mitarbeitenden also klar, dass sie sich jederzeit mit Problemen an ihre Vorgesetzten oder eine vertrauensvolle Person aus dem HR-Team wenden können. 

Biete die Möglichkeit für virtuelle Therapie an

Auch das Angebot einer anonymen virtuellen Therapie kann eine gute Alternative sein. Denn manchen Mitarbeitenden fällt es schwer, sich mit ihren Problemen an Kolleg:innen zu wenden. In virtuellen Therapien kann mit Expert:innen gesprochen und gemeinsam nach Problemlösungen gesucht werden.

Biete Seminare und Workshops zur Stressbewältigung an 

Um psychischer Belastung proaktiv vorzubeugen, ist es auch empfehlenswert, Seminare oder Workshops zur Stressbewältigung anzubieten. Hierbei werden Beschäftigte geschult, die Reißleine zu ziehen, noch bevor sie an einem Erschöpfungssyndrom leiden. 

2. Fördere das Miteinander im Team 

Infobox: Tipp 2 für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Lange Zeit waren Beschäftigte im Home-Office räumlich von Kolleg:innen distanziert. Das führte laut SOEP-CoV-Studie bei ca. 20 Prozent der Befragten zu Einsamkeit und Isolation. Auch wenn inzwischen in vielen Unternehmen wieder ein Zusammenkommen im Büro möglich ist, bleibt das Arbeiten im Home-Office doch für viele das “New Normal”. Unternehmen müssen sich in der heutigen Arbeitswelt also intensiv Gedanken darüber machen, wie der Teamzusammenhalt (auch über Arbeitsmeetings hinaus) erhalten bleibt. Welche Initiative ist also die richtige, um psychische Belastungen und Erkrankungen vorzubeugen? Hier sind einige Anregungen:

Virtuelle Kaffeepausen

Schaffe einen (virtuellen) Raum für deine Teams, um sich über Alltagsthemen und Interessen auszutauschen.

Arbeitsfreie Kommunikationskanäle

Diskutiert zum Beispiel über Filme, Musik oder alles, wofür Teammitglieder eine Leidenschaft haben.

Gründe einen Club oder Community

Gründe einen Buchclub, einen Club für die LGBTQIA+ Community oder andere Interessensgruppen. Durch solche Initiativen kann das Gemeinschaftsgefühl erheblich gesteigert werden. Die Treffen können online oder offline stattfinden. 

Biete ein gemeinsames Sportprogramm an

Sport ist gut, um einen Ausgleich zum Arbeitsalltag zu schaffen. Wenn gemeinsam trainiert wird, fördert das gleichzeitig das Teambuilding. Je nach Gegebenheiten im Unternehmen, kann das Firmenfitness-Angebot online oder vor Ort stattfinden. 

3. Ermögliche eine gesunde Work-Life-Balance

Infobox: Tipp 3 für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Viele Unternehmen werben nach außen hin mit einer gesunden Work-Life-Balance. Wird dies auch in der Praxis umgesetzt, kann damit die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz gut aufrechterhalten werden. Tatsächlich sieht es in der Arbeitswelt aber oft anders aus – Termindruck, unrealistische Ziele oder lange Arbeitstage belasten die mentale Gesundheit vieler Berufstätiger. Damit einhergehend sinkt auch die Arbeitgeberattraktivität. Um also als attraktiver Arbeitgeber zu gelten und Belastungen zu reduzieren, sollte eine entsprechende Initiative im Bereich Work-Life-Balance getroffen werden. 

Regelmäßige Pausen

Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode Ausgleich zu schaffen und Stress abzubauen, sind Pausen während des Tages. Was banal klingt, sollte aber vor allem von Mitarbeitenden im Homeoffice beachtet werden. Oft ist es hier schwierig, während der Arbeitszeit sowie zu Feierabend abzuschalten. Deshalb sollten Arbeitgeber ihre Teams aktiv zu regelmäßigen Pausen auffordern und somit dabei helfen, Stress zu reduzieren und psychischen Erkrankungen wie Burnout vorzubeugen. 

Option für mehr Flexibilität & Freizeit

Laut der Studie von indeed wünschen sich 42 Prozent der Befragten mehr Freizeit und die Möglichkeit, Überstunden abzubauen. Gebe deinen Mitarbeitenden im Optimalfall also die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten und ihre Arbeitszeiten flexibel einzuteilen. So können Beschäftigte dann arbeiten, wenn sie am produktivsten sind und private Angelegenheiten bestmöglich mit dem Beruf in Einklang bringen.

Einführung von „Ich-Zeiten“

Um das Bewusstsein für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu schärfen, gewähren inzwischen mehr als 60 Technologieunternehmen, darunter Lyft und Dropbox, ihren Mitarbeitenden eine sogenannte “Ich-Zeit” während der Arbeitszeit. Diese Zeit kann beispielsweise für ehrenamtliche Tätigkeiten oder auch für Sport genutzt werden. Schon eine Stunde pro Woche reicht, um den Mitarbeitenden mit dieser Maßnahme Wertschätzung zu vermitteln.

4. Biete Benefits für körperliches Wohlbefinden an 

Infobox: Tipp 4 für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Verschiedene Studien belegen, dass Bewegung zur Steigerung der Produktivität am Arbeitsplatz beiträgt. Doch das ist nicht alles – außerdem kann Sport und Bewegung gegen Depressionen helfen, wie eine Studie der Ruhr-Uni Bochum zeigt. Sport hilft außerdem beim Stressabbau, führt zu mehr Wohlbefinden, verbessert die Konzentration und steigert das allgemeine Energielevel. Mit diesen Maßnahmen können Unternehmen ihren Mitarbeitenden helfen, ausreichend Bewegung zu bekommen:

Firmenfitness für Unternehmen

Biete deinen Mitarbeitenden Firmenfitness als Corporate Benefit an. Das Angebot von Urban Sports Club umfasst 50+ Sportarten, die online, on-demand oder vor Ort stattfinden. So ist für jeden Mitarbeitenden das passende Angebot dabei, um einen Ausgleich zum Arbeitsalltag zu schaffen.

Teambuilding Aktivitäten 

Gemeinsame Aktivitäten können Teams enger zusammenschweißen. Ein monatliches (virtuelles) Teamevent, eine sportliche Challenge oder eine gemeinsame Workation sorgen nicht nur für einen verbesserten Teamzusammenhalt der Beschäftigten, sondern gleichzeitig für mehr psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.

Meditationspausen

Gebe deinem Team auch während des Arbeitstages die Möglichkeit, sich zu entspannen und Stress abzubauen. Hierfür bietet es sich beispielsweise an, eine Mitgliedschaft für eine Meditationsapp zu finanzieren und regelmäßige Auszeiten für kurze Erholungseinheiten einzuplanen.

5. Hole Feedback ein und gebe Anerkennung weiter

Infobox: Tipp 5 für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Ein effektiver Weg, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu unterstützen, ist die Einführung regelmäßiger Feedbackgespräche. Was sich zunächst wie eine einfache Initiative anhört, geht im hektischen Arbeitsalltag jedoch schnell unter. 

Stelle regelmäßiges Feedback sicher

Wöchentliche oder monatliche Check-ins sind eine ideale Gelegenheit, um persönliche Beziehungen aufrechtzuerhalten, Beschäftigte zu ermutigen und Vertrauen zu schaffen. 

Thematisiere auch den mentalen Gesundheitszustand

Hierbei sollte nicht nur die Arbeit an sich thematisiert werden, sondern auch die mentale Verfassung der:s Mitarbeitenden. Frage nach, wie die Stimmung im Team ist, ob der Workload angemessen ist und wo es aktuell Herausforderungen gibt. 

Spreche Lob und Anerkennung aus

Oft tendiert man dazu, herausfordernde Projekte zu thematisieren, bei denen nicht alles glatt gelaufen ist. Doch auch wenn Feedback und Tipps zur Verbesserung wichtig sind, sollten auch gut gelungene Projekte in den Fokus gerückt werden. Denn Lob und Anerkennung sind enorm wichtig für unsere mentale Gesundheit.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist in unserer heutigen Arbeitswelt wichtiger denn je. Um die Mitarbeitenden auch in herausfordernden Zeiten zu unterstützen, psychischen Erkrankungen vorzubeugen und langfristig für ein positives Arbeitsklima zu sorgen, müssen Unternehmen also aktiv werden. Hierbei können auch kleine Maßnahmen schon eine große Wirkung haben. Die Devise lautet also: Mit ersten Maßnahmen anfangen und das Angebot nach dem Bedürfnis der Mitarbeitende Stück für Stück erweitern. 

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