5 Tipps, wie Sie die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter unterstützen können

by Matt Warnock
Psychische Gesundheit der Mitarbeiter

Die psychische Gesundheit der Mitarbeiter hat für Unternehmen weltweit praktisch über Nacht eine noch höhere Priorität eingenommen als noch vor wenigen Monaten. Die Mehrheit der Belegschaft arbeitet plötzlich täglich von zuhause aus. Sie müssen sich an ein völlig neues Arbeitsumfeld anpassen und gleichzeitig mit einer Vielzahl von Unsicherheiten bezüglich ihrer Gesundheit, einer unbefristeten Ausgangssperre und einem wirtschaftlichen Abschwung umgehen.

Soziale Distanzierung und Quarantäne sind die neue Normalität – unter diesen Bedingungen besteht ein hohes Risiko von Stress, Angst und allgemeiner psychischer Instabilität. In China litten beispielsweise etwa 35% der Menschen*¹, die für einige Wochen in Quarantäne waren, an einer Form von psychischem Stress.

Niemand ist gegen mentale Belastungen gänzlich immun. Aus diesem Grund unternehmen Personalchefs, Manager und CEOs proaktiv Schritte, um Ihren Mitarbeitern Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie in ihrer Resilienz und Gesundheit unterstützen. 

Erfahren Sie 5 Tipps, wie auch Sie Ihren Mitarbeitern zur Seite stehen, um sich gesund, produktiv und resilient zu fühlen:

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1. Machen Sie die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zur Unternehmensinitiative

Die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter sollte für Ihr Unternehmen immer einen hohen Stellenwert haben. Als ersten Schritt sollten Sie jeden und jede in Ihrem Team darauf aufmerksam machen und erklären, wie Sie die mentale Gesundheit als unternehmensweite Initiative unterstützen wollen. Sie fragen sich, warum sich jedes Unternehmen auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter konzentrieren sollte?

Während sich Arbeit oft sehr positiv auf die psychische Gesundheit auswirken kann, hat eine Studie der WHO*² herausgefunden, dass ein schwieriges Arbeitsumfeld sowohl zu körperlichen als auch zu psychischen Gesundheitsproblemen führen kann, die in der Weltwirtschaft jedes Jahr zu über 1 Billion Dollar an Kosten durch Produktivitätsausfälle führt.

Arbeitgeber können dem entgegenwirken, indem sie ihre Arbeitnehmer aufklären und gleichzeitig ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich Mitarbeiter wohlfühlen und in dem sie offen über psychische Belastungen sprechen können. Diese Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran:

  • EY: Das „r u ok?„-Programm von EY bietet rund um die Uhr Beratungsgespräche und Bildungsangebote an. Ziel ist es, die Menschen zu ermutigen, über ihre Herausforderungen zu sprechen. Das Unternehmen bietet auch Beratungsgespräche via (Video)Telefonate an.
  • American Express: Das Healthy Minds-Programm von American Express bietet den Mitarbeitern Teilzeitberater und professionelle klinische Psychologen.
  • Barclays:  Die „This is Me„-Kampagne von Barclays hinterfragt das Stigma, mit dem psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt oft behaftet ist. Barclays fordert dabei ein Arbeitsumfeld, das es den Mitarbeitern erlaubt, offen über ihre psychische Gesundheit zu sprechen.

2. Gelegenheiten zum Miteinander schaffen

Eine Umfrage ergab, dass über 45 % der Menschen, die von zu Hause aus arbeiten*³, mit Einsamkeit zu kämpfen haben. Besonders Mitarbeiter, die den Alltag mit Kollegen gewöhnt sind und jetzt plötzlich zuhause arbeiten sollen, sind stark davon betroffen.

Die meisten Teams verwenden bereits Video-Chat-Tools wie Zoom oder Demodesk, um Besprechungen durchzuführen, aber es sollte auch vom Unternehmen gesponserte Möglichkeiten geben, wie Mitarbeiter über die Arbeitsbesprechungen hinaus Kontakte knüpfen können. Hier sind ein paar Ideen für den Anfang:

  • Virtuelle Kaffeepausen: Schaffen Sie einen (virtuellen) Raum für Ihre Teams, um sich über Alltagsthemen und Meinungen austauschen zu können.
  • Arbeitsfreie Kanäle: Diskutieren Sie zum Beispiel über Filme, Musik oder alles, wofür Ihr Team eine Leidenschaft hat. Die Mitarbeiter von MailerLite haben beispielsweise  einen „Questionaday“ Slack-Kanal eingerichtet, der den Mitarbeitern hilft, sich auf neue Weise zu engagieren.
  • Gründen Sie einen Club: Gründen Sie einen Buchclub oder andere Interessengruppen. Einige Teams nutzen Facebook live, um Echtzeit-Treffen zu ihren Lieblingsthemen zu veranstalten.

3. Ermöglichen Sie eine gesunde Work-Life-Balance

Nahezu jedes Unternehmen promotet nach außen eine gesunde Work-Life-Balance. Einige üben aber gleichzeitig Druck auf Mitarbeiter, setzen unrealistische Ziele und verlangen lange Arbeitstage. Ein gesunder Ausgleich ist – und in Zeiten der allgemeinen Anspannung besonders – entscheidend für den Erfolg eines Teams und sollten vom Arbeitgeber unbedingt beachtet werden.

Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, in der Arbeit Ausgleich zu schaffen, sind Pausen während des Tages. Was banal klingt, sollte aber vor allem von Menschen im Home Office besonders beachtet werden. Oft wird es hier schwierig, zwischendurch und am Ende des Tages abzuschalten. Als Arbeitgeber sollten Sie Ihre Team an regelmäßige Pausen erinnern. So können Sie Ihren Mitarbeitern dabei helfen, Stress zu reduzieren und ein Burnout zu verhindern*⁴. Hier sind 3 Möglichkeiten, wie Sie als Unternehmen ein gesundes Gleichgewicht ermöglichen:

  • Bieten Sie Extra-Tage für die psychische Gesundheit an: Diese Urlaubstage sollten dediziert dem Wohlbefinden des Mitarbeiters gewidmet sein. Die meisten Menschen (72%) fühlen sich gestresst*⁵, wenn sie eine Auszeit beantragen. Umso mehr sollten Sie Ihre Teams dazu ermutigen und Ihnen Tipps*⁶ zur Gestaltung eines Gesundheitstags anbieten. 
  • Erlauben Sie flexible Arbeitszeiten: Einige Menschen sind morgens produktiver, andere nachts. Lassen Sie die Menschen arbeiten, wenn sie sich am besten fühlen. Arbeitnehmer in flexiblen Arbeitszeitmodellen sind zufriedener*⁷, haben geringere Fehlzeiten und sind produktiver. 
  • Schaffen Sie „Ich-Zeiten“: Um das Bewusstsein für die psychische Gesundheit zu schärfen, gewähren inzwischen mehr als 60 Technologieunternehmen, darunter Lyft und Dropbox, ihren Mitarbeitern eine „Ich-Zeit“ während der Arbeitszeit*⁸. Versuchen Sie, Ihren Mitarbeitern 1 Stunde pro Woche als “Ich-Zeit” zur freien Verfügung zu stellen.

4. Bieten Sie Benefits für körperliches Wohlbefinden an 

Es ist inzwischen gemeinhin bekannt, dass körperliche Fitness die Produktivität in Unternehmen fördert*⁹ und Fehlzeiten reduziert. Wussten Sie aber auch, dass sie ebenso in der psychischen Gesundheit eine tragende Rolle spielt? 

Bewegung kann einen positiven Einfluss auf Depressionen*¹⁰, Angstzustände*¹¹ und andere psychische Erkrankungen haben. Sport hilft außerdem beim Stressabbau, verbessert die Konzentration und steigert das allgemeine Energieniveau: Körperliche und psychische Gesundheit gehören zusammen. So können Sie Ihren Mitarbeitern helfen, sich auch im Homeoffice zu bewegen:

  • Fitnessprogramme für Unternehmen: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Sportmöglichkeiten als Teil Ihres Benefit-Pakets. Urban Sports Club bietet zum Beispiel über 500 Online-Fitness-Optionen, die auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter zugeschnitten sind.
  • Remote Herausforderungen: Gemeinsame Ablenkung kann Ihrem Team viel Kraft geben – organisieren Sie zum Beispiel monatliche Sport-Herausforderungen, angepasst an die Situation auf Distanz*¹². Liegestütze, Planks, gesunde Ernährung – die Möglichkeiten sind vielfältig.
  • Meditationspausen: Helfen Sie Ihrem Team, sich zwischendurch zu Entspannen. Tap in bietet zum Beispiel Live-Sitzungen*¹³ für eine gemeinsame Meditation, um sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen können. 

5. Holen Sie Feedback ein und geben Sie Anerkennung weiter

Der einfachste Weg, die richtige Unterstützung für Ihre Mitarbeiter zu finden, ist, sie direkt zu fragen, wie es ihnen gehen, was sie brauchen – und ihnen dabei auch die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Das hört sich einfach an, wird aber gerade in einem unvorhersehbaren und hektischen Arbeitsalltag oft vergessen. 

Wöchentliche oder monatliche Check-ins sind eine ideale Gelegenheit, um persönliche Beziehungen aufrecht zu erhalten, Mitarbeiter zu ermutigen und Vertrauen zu schaffen. Fragen Sie nicht nur nach der Arbeit, sondern fragen Sie, wie es den Menschen geht, und sprechen Sie ihnen Lob und Anerkennung aus. Versuchen Sie am besten schon vor dem Gespräch zu erfahren, wie es Ihrem Mitarbeiter geht, etwa mit Feedback Tools wie 15 Five.

Anerkennung kann sich positiv auf das psychische Wohlbefinden einer Person auswirken: 88% der Mitarbeiter*¹⁴ sehen in Lob von ihren Vorgesetzten einen großen Motivator, der sogar mehr als Geld bedeuten kann*¹⁵.

Die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter ist wichtiger denn je

Eine Axios/Ipsos-Umfrage*¹⁶ ergab, dass etwa 80% der Befragten ein wenig bis sehr besorgt über den Ausbruch von COVID-19 sind. Für uns alle stehen im Moment Unsicherheiten im Raum, Angst ist laut Psychologen die natürliche Reaktion auf dieses Unbekannte.

Die Frage ist nicht, ob Ihre Mitarbeiter in dieser Zeit psychische Probleme haben werden, sondern vielmehr, was Ihre Organisation tun wird, um den Menschen zu helfen, die in dieser Krise Hilfe benötigen.


Referenzen:

*¹ https://gpsych.bmj.com/content/33/2/e100213
*² https://www.who.int/mental_health/in_the_workplace/en/
*³ https://www.hrmagazine.co.uk/article-details/freelancers-experiencing-isolation-and-mental-illness
*⁴ http://info.totalwellnesshealth.com/blog/heres-how-to-spot-burnout-in-the-workplace-and-what-to-do-about-it
*⁵ https://www.nationalmentalhealthbreak.com/
*⁶ https://www.verywellmind.com/when-and-how-to-take-a-mental-health-day-3144754
*⁷ http://www.apaexcellence.org/resources/research/detail/1706
*⁸ https://edition.cnn.com/2019/05/15/tech/national-mental-health-break-shine/index.html
*⁹ https://www.livestrong.com/article/422836-how-does-exercise-improve-work-productivity/
*¹⁰ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC474733/
*¹¹ https://www.psychologytoday.com/us/blog/integrative-mental-health-care/201702/treating-anxiety-without-using-prescription-medications
*¹² https://medium.com/@EvelinAndrespok/tips-for-organizing-a-health-challenge-in-a-remote-team-26d93265654a
*¹³ https://qz.com/work/1597138/tap-in-is-a-new-app-for-live-meditation-at-work/
*¹⁴ https://www.psychologytoday.com/us/blog/mind-the-manager/201306/new-employee-study-shows-recognition-matters-more-money
*¹⁵ https://www.psychologytoday.com/blog/mind-the-manager/201306/new-employee-study-shows-recognition-matters-more-money
*¹⁶ https://www.axios.com/axios-ipsos-coronavirus-index-stress-72c409d2-0a66-48f1-b736-30d07cfce95b.html

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